railboys

Schmalspurdiesellok

2090 der ÖBB

 

 

 

Foto: railboys

 

 

Modellvarianten:

Mietlok der Zillertalbahn in Schwarz

2021/s der BBÖ in Moosgrün

V 12 901 der Mariazellerbahn mit Holzgasgenerator
  V 12 901 der Österr. Staatsbahn in Flaschengrün
  2090.01 der ÖBB in Tannengrün
  2090.01 der ÖBB in Creme/Rot
  2090.01 der ÖBB in Blutorange

Dach alu, seidengrauer Rahmen
 

2090.01 der ÖBB in Blutorange

Dach elfenbein, schwarzer Rahmen

2090.01 der ÖBB in Blutorange

Dach umbragrau, umbragrauer Rahmen

2090.001-5 der ÖBB in Verkehrsrot

Zusätzliche Varianten in Lackierung und Beschriftung sind problemlos möglich

Bausatz

Fertigmodell 
€ 456,00

€ 680,00

 

 Das Vorbild:


1927 wurde von Warchalowski eine zweiachsige benzinelektrische Kleinlokomotive mit 760 mm Spurweite nach den Patenten von Moriz Gelinek (GEBUS-Prinzip) gebaut. Die Lok wurde mit einem Warchalowski-Benzinmotor Typ STEG 30, gekoppelt mit einem BBC-GEBUS-Generator Typ DDC und zwei ELIN-Fahrmotoren Typ BBF 30 angetrieben. Sie war die erste benzinelektrische Schmalspurlokomotive Österreichs. Die ersten Probefahrten fanden am 23. Juli 1927 statt. Da der von der Zillertalbahn bei Warchalowski, Eissler & Co bestellten Triebwagen BET 101 erst 1928 fertiggestellt werden konnte, stellte die Firma der Zillertalbahn die Lokomotive für die Führung von Personenzügen und für den Verschub leihweise zur Verfügung. Bei diesem Einsatz legte die kleine Maschine bis zu 256 km am Tag zurück. Als Mietlok trug sie eine rudimentäre Beschriftung: Am Vorbau ein kleines, weisses V ("vorwärts"), am Kühlergrill ein Warchalowski-Emblem und an der Pufferplatte war ein schmales Gussschild montiert, das Auskuft über den Hersteller gab: Maschinenfabrik Warchalowski, Eissler & Co A.G. Das Aussehen des Fahrzeugs entsprach zu diesem Zeitpunkt tatsächlich weitgehend den ursprünglichen Bauplänen. Es trug den Tank auf dem Führerhausdach, hatte in der Führerhausfront 2 Bedienungstüren und besaß nur jeweils einen Mittelscheinwerfer. Der Auspuff war unter dem Umlaufblech angeordnet. Nach den zugänglichen Unterlagen war das Gehäuse der Maschine schwarz, der Rahmen eisengrau und das Dach hellgrau lackiert. Die Lok war ein halbes Jahr im Zillertal im Einsatz. Dann traf der BET 101 ein und sie wurde an den Hersteller zurückgesandt.  

Im Jahr 1928 wurde die Fabrik Warchalowski, Eissler & Co von der Maschinenfabrik der privilegierten österreichisch-ungarischen Staats-Eisenbahngesellschaft (STEG) aufgekauft.

Zwei Jahre lang fand sich für die Lok keine Verwendung und sie stand im Werkshof von Warchalowski herum. Schließlich bot sie die STEG 1930 zum Kauf an. Ein Vertrag mit den Österreichischen Bundesbahnen (BBÖ) stellte den Verkauf der Maschine am 22. August 1930 zum Preis von 85.000.- Schilling sicher. Vorher musste sie allerdings noch einige Umgestaltungen über sich ergehen lassen. Der Tank wurde aus Profilgründen auf den Motorvorbau gesetzt, die offenbar unnötigen Zusatztüren im Führerhaus wurden verschlossen, die Scheinwerfer entsprachen nun den Normalien. Die BBÖ setzte diese Schmalspurlokomotive auf der erst ein Jahr zuvor verstaatlichten Ybbstalbahn ein.

Die Maschine kam während der Kriegsjahre zur Mariazellerbahn und war damals sehr wahrscheinlich braun lackiert. Hierfür existieren zwar keine Fotobelege, die Annahme erscheint aber durchaus plausibel. Die Lokomotive wurde nach Umbau auf Gasbetrieb ab dem 20. Juni 1942 auf der Zweigstrecke der Mariazellerbahn, der Krumpen, eingesetzt. Zu einer Zeit also, wo für Umbezeichnungen und Umlackierungen noch genügend Ressourcen vorhanden waren. Für diese Adaptierung wurde ein Holzgasgenerator vom Typ Svedbund-S6 auf einem eigenen Wagen (Güterwagen der Type H/s) montiert und hinter der Lokomotive als Tender mitgeführt. Da die Leistung im Gasbetrieb gering war und die Gaserzeugung sehr langsam erfolgte, musste vor den Steigungen der Krumpe immer wieder angehalten werden, um Gas aus mitgeführten Vorräten oder neben der Strecke gefundenem Holz zu erzeugen und zu sammeln. Erst bei genügend Gasvorrat konnte die Fahrt fortgesetzt werden. 

Nach dem Krieg kam die Lokomotive wieder auf ihre alte Stammstrecke ins Ybbstal. 1947 wurde in der Hauptwerkstätte St. Pölten der Warchalowski-Benzinmotor gegen einen Saurer-BDX Dieselmotor ausgetauscht und am 14. Jänner 1948 wieder in Betrieb genommen. Bei der Umnummerierung der ÖBB im Jahr 1953 erhielt die Lok die Nummer 2090.01.

Die Maschine blieb bis zu ihrer Ausmusterung 2000 auf der Ybbstalbahn im Einsatz. Bis auf die zweijährige Abstellzeit ganz zu Beginn ihrer Laufbahn war dieses Einzelstück also 71(!) Jahre lang permanent im Einsatz. Am 30. Mai 2001 wurde sie vom Eisenbahnclub Mh6 in Obergrafendorf erworben. Die Lok hat momentan keine Streckenzulassung für ÖBB-Strecken und wird daher nur im Verschub beim Club Mh6 verwendet, ist aber weiterhin voll fahrtauglich.

Quellen:

Denoth G. (2011): Drei Spurweiten, ein Bahnhof, Sutton, Erfurt 128 pp.

Göd R., E. Dürnecker & F. Straka (2014): http://www.schmalspur-europa.at/schmalsp_39.htm

Merkinger A. (2014): persönliche Mitteilungen

Schneider M. (2014): persönliche Mitteilungen.

Nummerierungen:

Zillertalbahn: Mietlok, keine Beschriftung, keine Nummer! (1927-28) Nur Fabriksschild in klein an der Front und groß an der Pufferbrust. (schwarz)

abgestellt und Umbau (1929-30)

BBÖ: Ybbstalbahn 2021/s (ab Aug. 1930-36) (moosgrün)

DRG: Ybbstalbahn V 12 901 (1936-42)

DRG: Mariazellerbahn V 12 901 (1942-45) mit Gasgenerator (braun)

ÖStB: Ybbstalbahn V 12 901 mit Zusatz 2021/s (1945-47) mit Gasgenerator (braun)

ÖStB: Ybbstalbahn V 12 901 mit Zusatz 2021/s (1948-53) mit Dieselmotor (flaschengrün)

ÖBB: Ybbstalbahn 2090.01 (1953-1982?) (tannengrün, creme/rot, blutorange)

ÖBB: Ybbstalbahn 2090 001-5 (1982? bis 2000) (verkehrsrot)

Club Mh 6: 2090 001-5 (ab 2001)

 

historische Bau-und Lackiervarianten der 2021/s und der 2090.01:  

Bauvariante A:

1. Lackvariante: nummernlos, nur Warchalowski-Emblem

Dach: Hellgrau RAL 7035

Gehäuse Schwarz RAL 9005

Rahmen Eisengrau RAL 7011

 

Bauvariante B:

2. Lackvariante: 2021/s von 1927 bis 1942

Dach: Hellgrau RAL 7035

Gehäuse: Moosgrün RAL 6005, Aluziffern

Rahmen: Eisengrau RAL 7011

 

3. Lackvariante: V 12 901 von 1942 bis 1948

Dach: Weißaluminium RAL 9006

Gehäuse: Mariazellerbraun, Nussbraun RAL 8011, Beschriftung weiß, aufgemalt

Rahmen: Schwarz RAL 9005

 

4. Lackvariante: V 12 901, Zusatz 2021/s 1948 bis 1953

Dach: Eisengrau RAL 7001

Gehäuse: Flaschengrün RAL 6007, Beschriftung weiß, aufgemalt

Rahmen: Schwarz RAL 9005

 

5. Lackvariante: 2091.01 von 1953 bis 1962

Dach: Weißaluminium RAL 9006

Gehäuse: Tannengrün RAL 6009, Beschriftung zunächst aufgemalt, dann Aluziffern

Rahmen: Schwarz RAL 9005 oder Eisengrau RAL 7001

 

Bauvariante C:

6. Lackvariante:  2090.01 von 1962 bis 1964

Dach: Weißaluminium RAL 9006

Gehäuse: Karminrot RAL 3002, Cremeweiß RAL 9001, Aluziffern

Rahmen: Seidengrau RAL 7044

 

6a. inoffizielle Lackvariante: 2090.01 vor 1975

Gehäuse: Orange ohne RAL-Angabe. Diese Farbe entsprach nicht dem nachmaligen Blutoange RAL 2002´und war keine ÖBB-Farbe.

Weitere Details nicht bekannt. Wurde vom Personal in Eigenregier, abweichend von ÖBB-Normen, lackiert.

 

6b. inoffizielle Lackvariante: 2090.01 zumindest 1975 und 1976

Dach: Weißaluminium RAL 9006

Gehäuse: Karminrot RAL 3002

Aluziffern

Rahmen: Dunkelgrau ohne RAL-Angabe

Alle Griffstangen, Türgriffe und der seitliche Keil waren Orange (ohne RAL-Angabe) Bei dieser Lackvariante gab es den Keil auf beiden Seiten des Vorbaus.

Wurde vom Personal in Waidhofen in Eigenregie, abweichend von ÖBB-Normen, lackiert.

Diese inoffiziellen Lackvarianten haben dem Vernehmen nach zu entsprechenden Auseinandersetzungen mit den vorgesetzten Dienststellen geführt!

 

7. Lackvariante:  2090.01 von 1964 bis ca. 1977

Dach: Weißaluminium RAL 9006

Gehäuse: Blutorange RAL 2002, Aluziffern

Rahmen: Seidengrau RAL 7044

In den Jahren 1971 bis 1975 war am Vorbau rechts einen gelber Keil lackiert. 

 

Bauvariante D:

8. Lackvariante:  2090.01 von 1978 bis 1982

Dach: Elfenbein RAL 1014

Gehäuse: Blutorange RAL 2002, Aluziffern

Rahmen: Schwarz RAL 9005  oder Eisengrau RAL 7001

Ab 26. März 1982 hatte die Maschine vorbauseitig das damals neue ÖBB-Signet (Schnecke, Pflatsch) angebracht. 

 

9. Lackvariante: 2090 001-5 von 1982 bis 1994

Dach: Umbragrau RAL 7022

Gehäuse: Blutorange RAL 2002, Klebeziffern auf Tafeln

Zierlinie: Elfenbein RAL 1014

Rahmen: Umbragrau RAL 7022

 

10. Lackvariante: 2090 001-5 ab 1994

Dach: Umbragrau RAL 7022

Gehäuse: Verkehrsrot RAL 3020, Klebeziffern direkt auf Gehäuseblech

Rahmen: Umbragrau RAL 7022

Ab 2001 Club Mh 6 mit dezent angebrachter Eigentümerbeschriftung.

 

 

 


home all content copyright © railboys